Hertha Berlin - 1997-2008

 

Saison 1997/98: Nichts für schwache Nerven

Zurück in der Bundesliga: Platz 11 am Ende einer turbulenten Saison

 

Um nicht Gefahr zu laufen, dass Herthas Erstklassigkeit erneut nur eine kurze Episode lang anhält, setzen Manager Hoeneß und Trainer Röber vor der Saison 1997/98 alle Hebel in Bewegung, um das Team zu verstärken. Acht neue Spieler, darunter sechs aus dem Ausland, werden verpflichtet. Darunter ist auch der niederländische Nationalspieler Bryan Roy.

 

Vielversprechender Start, doch dann stürzt Hertha ab

 

Der Saisonstart am 3. August verläuft vielversprechend. 71.563 Zuschauer sehen im fast ausverkauften Olympia-Stadion ein 1:1 gegen Borussia Dortmund, den aktuellen Champions-League-Sieger. Es folgt eine rasante Talfahrt in Richtung Tabellenende. Erwartungsgemäß ertönt Kritik aus der Öffentlichkeit. Ende Oktober, kurz vor dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC, findet eine mehrstündige Vorstandssitzung im Hotel Esplanade statt. Es geht um die Zukunft des in die Kritik geratenen Trainers. Präsident Manfred Zemaitat verkündet am späten Abend das Ergebnis der zähen Verhandlungen: Jürgen Röber werde noch bis zum Heimspiel gegen Karlsruhe eine Galgenfrist als Chefcoach eingeräumt. In den Tagen nach dem Spiel werde über eine weitere Zusammenarbeit entschieden.

 

Die Mannschaft siegt für den Trainer

 

Es scheint, als neige sich die Zeit von Jürgen Röber in Berlin ihrem Ende zu. 30.000 Fans, die das Team lautstark anfeuern, erleben am darauf folgenden Samstag bereits nach 68 Sekunden das 0:1 der Nordbadener. Das Olympia-Stadion kocht; immer lauter schallt es von den Rängen: "Jürgen Röber!" In Halbzeit zwei sorgt Neuzugang Brian Roy mit einem sehenswerten Tor zum 1:1 für leichte Entspannung auf den Gesichtern der Beteiligten. Sverrisson und Preetz besiegeln anschließend mit ihren Treffern den 3:1-Erfolg der Gastgeber. Die Fans feiern ihr Team und vor allem den Trainer frenetisch. Der Beginn einer Siegesserie ist eingeläutet. Hertha rappelt sich hoch ins Tabellenmittelfeld. Gábor Király, der Christian Fiedler zwischen den Pfosten abgelöst hat, Michael Preetz, Marc Arnold und Andreas Schmidt avancieren zu den wesentlichen Stützen des Teams.

 

Rückrunde endet mit Turbulenzen

 

In der Rückrunde stoßen mit Andreas Thom, Heimkehrer aus dem schottischen Glasgow, und Andreas Neuendorf von Bayer Leverkusen, zwei weitere Verstärkungen zum Hertha-Ensemble. Am 14. Februar 1998 besiegt Hertha BSC im ausverkauften Olympia-Stadion den großen FC Bayern mit 2:1. Im April wackelt Jürgen Röbers Trainerstuhl abermals. Als seine Mannschaft 1:3 bei München 1860 verliert, entlässt Herthas Aufsichtsratsvorsitzender Robert Schwan den Coach vor laufenden Kameras. Doch schon am nächsten Tag gibt er per Fax Entwarnung. Röber bleibt der Hertha als Trainer erhalten. Am Ende der turbulenten Spielzeit 97/98 erreicht die Mannschaft einen sicheren 11. Platz. Obwohl die Verantwortlichen Bescheidenheit predigen, wachsen die Erwartungen der Berliner Fußballanhänger. 

Preetz holt die Kanone

In der Saison 1998/99 werden Dariusz Wosz, Rob Maas und René Tretschok als weitere Verstärkungen ins Team geholt. Identifikationsfigur Axel Kruse, der sich in der vorherigen Spielzeit mehrmals schwer verletzte, löst seinen Vertrag bei Hertha auf. In der Führungsetage vollzieht sich ein Personalwechsel. Der Leiter der Mercedes-Benz-Niederlassung in Berlin, Walter Müller, löst im September 1998 Manfred Zemaitat als Vereinspräsident ab.

 

Hertha wird zu Hause zu einer Macht

 

Der Höhenflug der Hertha hält weiter an. Vor allem vor heimischer Kulisse ist Hertha schwer zu bezwingen. Bis auf die Niederlage im DFB-Pokal gegen Tennis Borussia liefert die Röber-Truppe hochklassige Spiele ab. Im November schlagen die Blau-Weißen erneut den FC Bayern. Das einzige Tor zum 1:0-Erfolg schießt der spätere Bundesliga-Torschützenkönig Michael Preetz. Der "Lange" wird im Alter von 31 Jahren sogar in die Nationalmannschaft berufen. Während der Winterpause werden Dieter Hoeneß und Jürgen Röber auf dem Transfermarkt fündig und lotsen die Angreifer Ilja Aracic sowie den Polen Piotr Reiss zu Hertha. Für die kommende Saison wird vorzeitig einen Kontrakt mit dem Abwehrspieler Marko Rehmer abgeschlossen.

 

Champions League statt Bescheidenheit

 

Sportlich sieht es für Hertha so rosig aus wie schon lange nicht mehr. Immer mehr Stimmen fordern den Einzug in einen internationalen Wettbewerb. Doch das Wort "Uefa-Cup" kommt vorerst nicht über die Lippen der Hauptdarsteller. Bescheidenheit lautet nach wie vor die Devise. Um so größer ist die Freude, als Hertha am 22. Mai 1999, dem vorletzten Spieltag der Saison, erreicht, woran zuvor niemand geglaubt hatte. Ein 2:0-Auswärtssieg beim SC Freiburg garantiert vorzeitig die Qualifikation für die Champions League. Den krönenden Abschluss einer berauschenden Saison bildet am letzten Spieltag ein 6:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV.

 

Hertha beendet die Spielzeit auf dem 3. Tabellenplatz. Und übersteht die anschließenden Qualifikationsspiele für die Champions League gegen den zypriotischen Klub Anorthosis Famagusta. Der Weg ist frei für die ersten Gehversuche in der höchsten europäischen Spielklasse. 

Kiraly und Bierhoff

Hertha in der Champions League - die Berliner Fußballfans sind aus dem Häuschen. Gleichsam steigen die Erwartungen aufs Neue. Während die Verantwortlichen ihrer besonnenen Linie treu bleiben, fordern einige euphorische Stimmen gar den Meistertitel. Dieter Hoeneß und Jürgen Röber bleiben auf dem Teppich. Sie betrachten das Pilot-Projekt Champions League zunächst als ideales Parkett, um Erfahrungen zu sammeln. Das Saisonziel lautet, einen internationalen Wettbewerb zu erreichen.

 

Deisler und Daei wechseln zu Hertha

 

Zudem gelingt es, Deutschlands größte Fußball-Hoffnung zu verpflichten. Sebastian Deisler liegt auch ein Angebot vom FC Bayern vor, doch der 19-Jährige gibt der aufstrebenden Hertha den Vorzug. Vom Deutschen Meister aus München wechselt der iranische Stürmer Ali Daei nach Berlin. Der Verein wächst auf allen Ebenen. In der Geschäftsstelle geben die Geräusche von Presslufthammern und Bohrmaschinen den Ton an. Hertha mausert sich zu einer professionell geführten, attraktiven Fußballadresse.

 

Herthinho bringt Glück

 

Im August erscheint ein neues Maskottchen auf der Bildfläche. "Herthinho", ein kuscheliger Bär, belebt fortan die Stimmung und erfreut sich vor allem bei Herthas jüngster Anhängerschaft wachsender Beliebtheit. Die Mannschaft startet furios in die Saison 1999/2000 und setzt sich schnell in den oberen Tabellenrängen fest. In der Champions League glänzen die Röber-Schützlinge mit Heimsiegen gegen den FC Chelsea (2:1) und den AC Mailand (1:0). Die erfolgsorientierte Arbeit des Trainers trägt Früchte: Sein Team zieht sensationell in die Zwischenrunde der europäischen Königsklasse ein.

 

Alves teuerster Transfer

 

In der Winterpause bringt Manager Dieter Hoeneß den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte unter Dach und Fach. Alex Alves, Torjäger der brasilianischen Liga, wechselt zu Hertha BSC. Die Doppelbelastung, Bundesligageschäft und Champions League, zollt ihren Tribut. Noch sind die Berliner nicht so gefestigt wie die Konkurrenz vom FC Bayern oder Bayer Leverkusen. Zahlreiche verletzte Spieler fallen vorübergehend aus. Hertha rutscht ins Tabellenmittelfeld der Bundesliga und scheidet in der Zwischenrunde der Champions League aus.

 

Versöhnliches Ende einer denkwürdigen Saison

 

Mit voller Konzentration auf das Bundesliga-Geschäft startet das Team von Trainer Jürgen Röber eine erfolgreiche Aufholjagd uns sichert sich am letzten Spieltag durch einen sechsten Platz zum zweiten Mal in Folge die Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Nun kann sich die Mannschaft im Uefa-Cup präsentieren. In der Wertung der vergangenen beiden Jahre, was die Teilnahme am internationalen Fußball betrifft, liegt der Verein auf Platz drei hinter Bayern München und Bayer 04 Leverkusen. Hertha stabilisiert sich, sowohl sportlich als auch strukturell. 

Exzentrische Diva: Alex Alves

 

Zum dritten Mal hintereinander gelingt es Hertha BSC, neben dem FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Durch einen 1:0-Sieg auf dem Kaiserslauterer Betzenberg, Torschütze Alex Alves, landet die Mannschaft von Trainer Jürgen Röber auf dem fünften Tabellenplatz - ein versöhnlicher Abschluss einer Saison mit Höhen und Tiefen.

 

1:4 Niederlage am ersten Spieltag

 

Mit einer 1:4-Niederlage startete die Röber-Elf beim amtierenden deutschen Meister FC Bayern München, obwohl sich die Spieler nach den guten Ergebnissen der Vorbereitung soviel vorgenommen hatten. Doch der Frust über die klare Auswärtspleite dauerte nicht lange. Im darauffolgenden Heimspiel gegen den Hamburger SV feierte Neuzugang Stefan Beinlich ein glänzendes Debüt im Olympiastadion. Beim 4:0-Erfolg erzielte "Paule" zwei Tore selber und bereitete zwei Treffer mustergültig vor.

 

Bernd Schiphorst wird neuer Präsident

 

Abseits vom sportlichen Abschneiden der Mannschaft kommt es zum Zerwürfnis zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Dr. Rupert Scholz und Präsident Walter Müller. Dies hat zur Folge, dass Mercedes-Boss Walter Müller am 1. September 2000 das Handtuch wirft. Bereits fünf Tage später steht mit Bernd Schiphorst, Medienbeauftragter für die Länder Berlin/Brandenburg, ein Nachfolger bereit.

 

Tor des Jahres als Wachmacher

 

Nach einer 2:5-Niederlage in Unterhaching entschuldigt sich die Mannschaft bei den mitgereisten Fans für die schwache Vorstellung. In der wöchentlichen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1.FC Köln verliest Kapitän Michael Preetz eine Erklärung der Mannschaft und verspricht Wiedergutmachung. Danach sieht es in den ersten 28 Minuten nicht gerade aus. Hertha liegt mit 0:2 zurück. Beim Anstoß schnappt sich Alex Alves den Ball und schießt aus 52 Metern den Anschlusstreffer. Aufgerüttelt durch das Tor des Jahres dreht die Mannschaft das Spiel noch um und gewinnt 4:2 gegen den FC. Beflügelt durch den Sieg gegen Köln startet Hertha BSC eine Siegesserie von vier Spielen in Folge und erobert am 10. Spieltag durch einen 1:0-Auswärtssieg bei 1860 München die Tabellenspitze. Drei Spieltage lang genießt Hertha BSC den Platz an der Sonne. Erst nach einer bitteren 0:4-Heimniederlage gegen Schalke 04 am 13. Spieltag fällt die Mannschaft von Trainer Jürgen Röber auf Rang drei zurück.

 

Hertha BSC wird Kommanitgesellschaft auf Aktien

 

In der Mitgliederversammlung am 19. November 2000 im Estrel-Convention-Center werden bei Hertha BSC die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Die Mitglieder des Vereins stimmen mit großer Mehrheit der Umwandlung von Hertha BSC in eine Kapitalgesellschaft auf Aktien (KGaA) zu.

 

Riesenpech in Mailand

 

In der 3. Runde im Uefa-Pokal erreicht Hertha BSC am 21. November 2000 im Olympiastadion ein beachtliches und für Inter Mailand glückliches 0:0-Unentschieden. In den ersten beiden Runden hatten Preetz und Co. den moldawischen Vertreter Zimbru Chisinau sowie den polnischen Verein Amica Wronki ausgeschaltet. Das Rückspiel in Mailand endet mit einer großen Enttäuschung. Ganze zwei Minuten fehlen den aufopferungsvoll kämpfenden Herthanern, um die Sensation perfekt zu machen. Nach Toren von Recoba und Tretschok hatte es bis zur 88. Minute 1:1 gestanden, ein Ergebnis mit dem Hertha BSC ins Achtelfinale eingezogen wäre. Doch der eingewechselte Hakan Sükür nutzt eine Unachtsamkeit in der Hertha-Abwehr und erzielt den 2:1-Siegtreffer. Die Ernüchterung ist riesengroß, was sich auch auf die nächsten Bundesligaspiele auswirkt. Es folgen im Dezember 2000 Niederlagen in Leverkusen, gegen Kaiserslautern und gegen Bayern München. Hertha BSC fällt in der Tabelle auf Rang sechs zurück.

 

Unkonstant in den UEFA-Pokal

 

Mit zwei Auswärtssiegen startet Hertha BSC in das Jahr 2001. Im Verlauf der Saison wechseln sich Siege und Niederlagen in schöner Regelmäßigkeit ab. Hertha BSC schafft es nicht, die sogenannten "Big Points" zu landen. Insbesondere die 1:3-Niederlage "auf Schalke", die 0:1-Pleite in Freiburg und das magere 1:1 gegen Leverkusen schmerzen sehr und verhindern eine bessere Platzierung. Am Ende der Saison steht Hertha auf Rang fünf und freut sich über die erneute und verdiente Teilnahme am Uefa-Pokal. 

9 Siege in 13 Spielen - Interimscoach Falko Götz

 

Nach einer Saison, die einer Achterbahnfahrt glich, schafft Hertha BSC es zum vierten Mal in Folge, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Begünstigt durch die Niederlage von Schalke 04 am letzten Spieltag bleibt Hertha BSC nach der 1:2-Niederlage beim Vizemeister Bayer 04 Leverkusen mit 61 Punkten auf Rang vier. Nach der 0:1-Niederlage in Cottbus trennt sich der Verein von seinem langjährigen Trainer Jürgen Röber. Seine Nachfolge tritt Falko Götz an.

 

Sieg im Ligapokal als gutes Omen für die Saison?

 

Für Hertha BSC beginnt die Vorbereitungsphase auf die Saison mit einem Paukenschlag. Nach einem sehr guten Trainingslager in Kaprun verzaubern Marcelinho, Deisler und Co. die Fußballexperten im Rahmen des Ligapokals. Dem souveränen Sieg gegen Leverkusen mit einem Traumtor von Neuzugang Marcelinho folgt im Halbfinale ein 1:0-Erfolg gegen Bayern München. Im Finale in Mannheim behält Hertha BSC gegen den FC Schalke 04 ebenfalls die Oberhand und gewinnt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Ligapokal. Mit großen Erwartungen fährt Hertha BSC am 1. Bundersligaspieltag zum Auswärtsspiel beim Aufsteiger FC St. Pauli. Doch auf der Reeperbahn gibt es für die Röber-Schützlinge nicht viel zu lachen. Mit nur einem Zähler kehren die Profis des Hauptstadtklubs zurück an die Spree. Zur Heimpremiere kommt mit Borussia Dortmund ein Mitfavorit auf die Deutsche Meisterschaft. Vor 55.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion bestimmt Hertha BSC eine Halbzeit lang das Spiel. Nach einem Fehler im Mittelfeld geht der BVB durch Amoroso überraschend in Führung. Drei Minuten vor Schluss besiegelt das Tor von Miroslav Stevic die erste Hertha-Heimpleite der Saison. Erster Studiogast bei "Hertha hautnah - Das o.tel.o-Fußballmagazin" mit Moderator Heiko Mallwitz ist Manager Dieter Hoeneß.

 

Erster Sieg in Freiburg

 

Das Auswärtsspiel am dritten Spieltag beim SC Freiburg hat schon richtungsweisende Bedeutung. Nur mit einem Sieg kann Hertha BSC einen totalen Fehlstart vermeiden. Dank zweier Tore von Sebastian Deisler und einem Treffer von Kapitän Michael Preetz gewinnt Hertha BSC 3:1 und hält Anschluss an die vorderen Plätze. Ernüchterung am 4. Spieltag: Im Lokalderby gegen Energie Cottbus setzt es trotz einer 1:0-Führung durch Marcelinho noch eine 2:3-Niederlage. In mehreren Gesprächen wird am Tag darauf die Pleite analysiert. In der ersten Runde des DFB-Pokals kommt es eine Woche später erneut zu einem Lokalderby: Bei Zweitligist Babelsberg 03 erreicht Hertha BSC nach einem mühsamen 2:1-Sieg die zweite Runde. Nächster Pokalgegner ist Regionalligist Rot-Weiß Erfurt. In der Bundesliga wechseln sich Unentschieden, Sieg und Niederlage ab. Zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln stellt Hertha BSC seinen neuen Hauptsponsor vor. Nach dem Ausstieg von o.tel.o ziert ab sofort der Schriftzug Arcor die Trikots der Profis. In der ersten Runde des Uefa-Pokals setzt sich Hertha BSC gegen den belgischen Vertreter Westerlo durch.

 

0:4 in Hamburg bringt Manager Hoeneß auf den Plan

 

Am 9. Spieltag steht Hertha BSC am absoluten Tiefpunkt der laufenden Saison. Bei der bitteren 0:4-Niederlage beim Hamburger SV erleidet Nationalspieler Sebastian Deisler eine schwere Knieverletzung und muss mehrere Wochen pausieren. In der Kabine in Hamburg hält Manager Dieter Hoeneß eine flammende Brandrede, in der er erstmals Spieler persönlich angreift. Mit gemischten Gefühlen fährt die Mannschaft drei Tage später zum Uefa-Cup-Auswärtsspiel bei Viking Stavanger. Dort gibt es fünf Stunden vor Anpfiff der Partie große Aufregung. Sogenannte Hertha-Fans entwenden die Trikots der Norweger, doch dank des Einsatzes von Manager Dieter Hoeneß ist kurz vor Beginn der Partie der Trikotsatz wieder vollzählig. Nach dem knappen 1:0-Sieg in Stavanger bleibt Hertha BSC in der Bundesliga bis zur Weihnachtspause ohne Niederlage. Selbst Gegner wie Bayern München und Bayer 04 Leverkusen werden im heimischen Olympiastadion bezwungen. Hertha BSC beendet das Bundesligajahr 2001 als Tabellensechster. Lediglich im Uefa-Pokal gibt es einen herben Rückschlag: Nach einem 1:1 im Hinspiel beim schweizerischen Vertreter Servette Genf unterliegt Hertha BSC am Nikolaustag mit 0:3 und verabschiedet sich in der dritten Runde aus dem Wettbewerb. Im DFB-Pokal setzt sich die Röber-Elf nach dem Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt auch gegen Zweitligist Eintracht Frankfurt durch und trifft nun auf den 1. FC Köln.

 

Trennung von Jürgen Röber zum Saisonende

 

Nach dem letzten Pflichtspiel des Jahres 2001 gegen den FC St. Pauli verkündet Hertha-Manager Dieter Hoeneß die in beiderseitigem Einvernehmen beschlossene Trennung von Trainer Jürgen Röber zum Saisonende. Diese Entscheidung wurde bereits nach der Niederlage in Hamburg getroffen, allerdings nicht bekannt gegeben, um Unruhe rund um die Mannschaft zu vermeiden. Zur Vorbereitung auf die Rückrunde fährt Hertha BSC ins Trainingslager nach Marbella. Unter besten Bedingungen stellt Trainer Jürgen Röber die Mannschaft auf die anstehenden Aufgaben in Bundesliga und DFB-Pokal ein. Ein Tag nach der Abreise des Teams präsentiert Manager Dieter Hoeneß am 10. Januar 2002 in einer eilends einberufenen Pressekonferenz mit Huub Stevens den Nachfolger von Jürgen Röber.

 

Aus der Traum vom Pokalfinale

 

Trotz einer ansprechenden Leistung geht Hertha BSC mit einer 1:3-Niederlage bei Borussia Dortmund ins Fußballjahr 2002. Drei Tage später folgt das "Aus" im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln. Obwohl die Mannschaft bis zur 87. Minute führt, heißt es nach Verlängerung 1:2 für die Gäste. Die Enttäuschung in Berlin ist riesengroß und der Traum vom Erreichen des Pokalfinales im "eigenen" Stadion ist zerplatzt wie eine Seifenblase. Im anschließenden Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg ist die Verunsicherung nach der Pokalschlappe noch deutlich zu spüren. Die Mannschaft kommt über ein mageres 1:1-Unentschieden nicht hinaus. Das nächste Auswärtsspiel gegen Energie Cottbus wird zu einem "Schicksalsspiel" für Trainer Jürgen Röber. Als sich beide Mannschaften, die Trainer und die Zuschauer schon auf ein leistungsgerechtes 0:0-Unentscheiden eingestellt hatten, kassiert Hertha BSC fünf Minuten vor Ende der Partie das 0:1. Ratlosigkeit, Enttäuschung und Fassungslosigkeit herrscht in den Gesichtern der Hertha-Verantwortlichen. Einen Tag später kommt es im Haus von Manager Dieter Hoeneß zum Krisengespräch mit den beiden Trainern. Beide Seiten einigen sich auf eine sofortige, einvernehmliche Trennung. Bereits am Abend installiert der Verein das Gespann Falko Götz und Andreas Thom.

 

Neue Trainer, neues Glück

 

Unter den neuen Trainern bleibt Hertha BSC sieben Spiele in Folge ohne Niederlage. Herausragend dabei sind die Heimspiele gegen den 1. FC Kaiserslautern (5:1) und den Hamburger SV (6:0). Gegen den Konkurrenten aus dem Norden gelingen dem belgischen Neuzugang Bart Goor sage und schreibe vier Treffer. Die Bilanz von Interimscoach Falko Götz nach einer turbulenten Saison kann sich sehen lassen: In 13 Spielen unter seiner Regie kassiert Hertha BSC nur drei Niederlagen und ein Unentschieden. Zum Abschluss der Saison fährt die Mannschaft auf Einladung des maledivischen Fußballverbandes als erster deutscher Fußballverein zur Regeneration auf die Malediven (Paradise Island). Dort behalten Marcelinho und Co. in zwei Spielen gegen die Nationalmannschaft (2:1 und 2:0) bei brütender Hitze die Oberhand. 

Werden am Ende der Saison verabschiedet: Jolly Sverrisson und Michael Preetz

 

Als einzige Deutsche Mannschaft, neben dem FC Bayern München, nimmt Hertha BSC zum fünften Mal hintereinander an einem europäischen Wettbewerb teil. Lediglich im ersten Bundesligajahr konnten sich die Blau-Weißen nicht für das internationale Geschäft qualifizieren. Dabei hat es zur Winterpause der abgelaufenen Saison mit Tabellenplatz neun gar nicht danach ausgesehen. Doch dank einer großartigen Rückrunde, mit Ausnahme der Spiele in Bremen, gegen Bayern München und in Wolfsburg, schafft Hertha BSC mit dem neuen Trainer Huub Stevens den Sprung auf Platz fünf.

 

Die Vorbereitung auf die Saison 2002/03 verläuft ähnlich wie im Jahr zuvor: Nach Siegen gegen den FC Bayern München und den Deutschen Meister Borussia Dortmund steht Hertha BSC im Ligapokalfinale und besiegt im Bochumer Ruhrstadion den FC Schalke 04 mit 4:1. Damit gelingt dem Team von Trainer Huub Stevens die Titel-verteidigung. Am Tag des Ligapokalspiels gegen die Bayern in Aue, es ist der 25. Juli 2002, feiert Hertha BSC seinen 110. Geburtstag. Pünktlich zu den Feierlichkeiten präsentiert Manager Dieter Hoeneß den zahlreichen Gästen den brasilianischen Fußballweltmeister Luizao als Neuzugang. Per Helikopter geht es anschließend zum Spiel ins Erzgebirge.

 

Bart Goor mit dem ersten Tor

 

Mit einer Neuerung startet die Bundesliga in die Saison: Der deutsche Meister Borussia Dortmund empfängt am Freitagabend in einem Saisoneröffnungsspiel Hertha BSC. Dabei gelingt Bart Goor bereits in der ersten Spielminute das erste Saisontor. Am Ende trennen sich beide Mannschaft 2:2 und Hertha BSC holt seit langer Zeit mal wieder einen Punkt im Westfalenstadion. Auch die folgenden beiden Spiele zu-hause gegen den VfB Stuttgart (1:1) sowie beim FC Schalke 04 (0:0) enden unent-schieden.

 

In der ersten Runde des DFB-Pokals erlebt Hertha BSC eine böse Überraschung: Beim Regionalligisten Holstein Kiel setzt es eine 1:4-Niederlage nach Elfmeterschie-ßen. Die Enttäuschung bei Trainer Huub Stevens, der den DFB-Pokal mit Schalke 04 schon zweimal gewonnen hatte, sitzt tief. Eine Trotzreaktion der Mannschaft im nächsten Bundesliga-Heimspiel gegen Mönchengladbach bleibt aus – 1:2 heißt es nach 90 Minuten.

 

Last Minute Sieg gegen Aberdeen

 

Im Uefa-Pokal muss die Stevens-Elf in der ersten Runde zum FC Aberdeen. Nach einem schwer erkämpften 0:0 sind die Vereinsverantwortlichen optimistisch für das Rückspiel in zwei Wochen. In der Bundesliga wechseln Sieg (2:0 gegen den Hamburger SV) und Niederlage (0:1 beim TSV 1860 München) in schöner Regelmäßigkeit ab. Das Rückspiel gegen Aberdeen entwickelt sich zu einem wahren Krimi. In der 90. Minute erzielt der kurz zuvor eingewechselte Michael Preetz per Kopf das Tor des Tages.

 

Nach Siegen gegen Nürnberg (2:1) und bei Energie Cottbus (2:0) kommt Hertha BSC zuhause gegen Leverkusen nicht über ein 1:1 hinaus. In der zweiten Uefa-Cup-Runde ist der zypriotische Vertreter Apoel Nikosia keine allzu große Hürde. Dem 1:0 im Hinspiel (Torschütze Bartosz Karwan) folgt eine Woche später ein überzeugender 4:0-Heimsieg. In der Bundesliga wird nach einer bitteren Niederlage in Bochum (0:3) Hansa Rostock (3:1) und Hannover 96 (1:0) bezwungen. Im Spitzenspiel empfängt Hertha BSC den SV Werder Bremen. Mit einem Sieg kann der Sprung auf Platz zwei gelingen, doch nach einer schwachen Leistung setzt es eine 0:1-Niederlage.

 

Auch gegen Fulham weiter

 

Mit einem 2:1-Heimsieg gegen den FC Fulham legt Hertha BSC in der dritten Runde des Uefa-Pokals den Grundstein fürs Weiterkommen. Im Rückspiel reicht ein glanzloses 0:0 nach einer enormen kämpferischen Leistung aller eingesetzten Spieler. Das erste Saisonziel, im Uefa-Cup zu überwintern, ist geschafft. Nach einer Niederlage bei den Bayern (0:2) und einem Unentschieden zuhause gegen Wolfsburg (2:2) kassiert HERTHA BSC im letzten Spiel des Jahres 2002 beim abstiegsbedrohten 1. FC Kai-serslautern eine unnötige 1:2-Niederlage und stürzt auf Platz neun der Tabelle ab.

 

Nach einem sehr guten Trainingslager im türkischen Belek verläuft die Rückrunde ganz nach Plan: Dem Sieg gegen Dortmund (2:1) folgt zwar eine Niederlage in Stuttgart (1:3), doch das Heimspiel gegen Schalke (4:2) und der Auswärtssieg in Mönchen-gladbach (2:0) lassen hoffen. In Runde vier des Uefa-Pokals schafft Hertha BSC, dank eines spektakulären Fallrückziehers von Dick van Burik, noch einen 3:2-Heimsieg. Dass dieses Ergebnis zu wenig ist, zeigt sich bei der bitteren 0:1-Niederlage eine Woche später in Porto. Nur drei Tage später hat sich die Mannschaft bei der 0:1-Niederlage in Hamburg teuer verkauft.

 

Es geht aufwärts

 

In der Bundesliga geht es weiter aufwärts: Heimsieg gegen 1860 München (6:0), Auswärtssieg in Nürnberg (3:1) und Heimsieg gegen Cottbus (3:1). Mit einem Sieg bei Bayer 04 Leverkusen, die sich gerade im Abstiegskampf befinden, kann sich Hertha BSC ganz oben festsetzen. Nach einer enttäuschenden Vorstellung kassiert Hertha BSC eine 1:4-Schlappe, doch es folgen danach Siege gegen Bochum (1:0), in Rostock (1:0) und gegen Hannover 96 (2:0).

 

Als bestes Rückrundenteam fährt die Stevens-Elf zum Auswärtsspiel nach Bremen. Die 1:0-Führung durch Aren Friedrich hat nicht lange Bestand. Innerhalb von zehn Minuten drehen die Bremer das Spiel und führen zur Halbzeit 3:1. Nach dem Wechsel fallen auf beiden Seiten jeweils noch ein Tor. Zum vorletzten Heimspiel der Saison freuen sich 59.200 Fans auf den Auftritt des bereits feststehenden Deutschen Meisters FC Bayern München. Dieses Spiel wird in die Geschichtsbücher von Hertha BSC eingehen.

 

Klatsche gegen Bayern

 

Nach dem 1:0 für Hertha BSC durch ein Eigentor von Michael Ballack brechen in der Hintermannschaft von Hertha BSC alle Dämme. Zur Halbzeit führen die Münchener 5:1 und alle Beteiligten schütteln verständnislos den Kopf. Nach 90 Minuten steht es 3:6 und der Traum von der Teilnahme am Uefa-Cup droht zu zerplatzen. Zum letzten Auswärtsspiel der Saison geht es zum VfL Wolfsburg, dem neuen Verein des ehemaligen Hertha-Trainers Jürgen Röber.

 

In der VolkswagenArena kommt zum ersten Mal von Beginn an der erst 19 Jahre alte Angolaner Nando Rafael zum Einsatz. Doch schon nach fünf Minuten ist das Konzept von Trainer Huub Stevens durchkreuzt. Das Team liegt durch einen verwandelten Foulelfmeter 0:1 zurück. In der Folgezeit gibt es zwar viele Chancen, doch die Auswertung ist mangelhaft. Kurz nach dem Wechsel fällt das 0:2, was gleichzeitig den End-stand bedeutet. Nach dem Spiel kommt es an der Busausfahrt zu Protesten der Hertha-Fans. Manager Dieter Hoeneß, Trainer Huub Stevens und Kapitän Michael Preetz stellen sich der Kritik und sprechen mit den Fans. Hertha BSC rutscht in der Tabelle auf Platz sechs ab und liegt vor dem letzten Spieltag einen Zähler hinter Werder Bremen.

 

Toller Sieg gegen den FCK

 

Im Olympiastadion erleben über 50.000 Fans einen wunderschönen Fußball-Nachmittag. Der 1. FC Kaiserslautern wird mit 2:0 durch die Tore von Nando Rafael besiegt und gleichzeitig verliert Werder Bremen auf dem Bökelberg in Mönchenglad-bach 1:4. Damit spielt Hertha BSC in der kommenden Spielzeit wieder im Uefa-Cup. Gleich sechs Spieler verlassen nach der Saison den Verein, die vor dem Spiel mit Blumen verabschiedet werden: Nené, Rob Maas, René Tretschok, Stefan Beinlich, Jolly Sverrisson und Michael Preetz.

Danke, Hans!

 

Was für eine turbulente Saison für Hertha BSC: Mit dem Saisonziel Champions League in die Spielzeit gestartet, sichert sich der Klub erst am vorletzten Spieltag durch ein 1:1 beim TSV 1860 München den Klassenerhalt. Trainer Huub Stevens und sein Assistent Holger Gehrke müssen nach einem 1:6 im DFB-Pokal beim SV Werder Bremen am 04. Dezember 2003 die Koffer packen. Für die restlichen drei Spiele des Jahres übernimmt Interims-Coach Andreas Thom das Kommando. Zwei Tage vor Weihnachten präsentiert Hertha BSC Hans Meyer als Trainer bis zum Saisonende. Mit akribischer Arbeit führt der „Trainer-Oldie“ am Ende der Saison das Team auf Platz 12 der Tabelle und wird von den Fans beim letzten Heimspiel gegen den 1. FC Köln euphorisch gefeiert.

 

Nach einer sehr guten Vorbereitung im österreichischen Montafon formuliert die Mannschaft, beflügelt durch die hoffnungsvollen Neuzugängen Fredi Bobic, Niko Kovac und Artur Wichniarek, mit dem Erreichen der Champions League ein sehr ehrgeiziges Saisonziel. Untermauert wird das Selbstbewusstsein durch die Erfolge in den Testspielen gegen den FC Brügge und gegen Galatasaray Istanbul, dem Abschiedsspiel für Michael Preetz und „Jolly“ Sverrisson.

 

Schlechter Saisonstart

 

Doch der Saisonstart verläuft alles andere als planmäßig: Im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen kassiert Hertha BSC eine deftige 0:3-Niederlage. Zu allem Überfluss erleidet Spielmacher Marcelinho einen Mittelfußbruch und muss mehrere Mona-te pausieren. Der Schock bei allen Beteiligten sitzt tief. In den kommenden drei Bundesligapartien bleibt Hertha BSC ohne Torerfolg und rangiert mit drei Zählern auf dem 15. Tabellenplatz. In der ersten Runde des DFB-Pokals gelingt dem Team ein Befreiungsschlag: 6:1 beim Oberligisten SSV Reutlingen.

 

Auch in der Bundesliga scheint am 5. Spieltag der Knoten zu platzen. Beim Heimspiel gegen Hannover 96 erzielt Neuzugang Fredi Bobic seine ersten beiden Saisontreffer, doch am Ende behält der Gast aus Niedersachsen mit 3:2 die Oberhand. Hertha BSC rutscht auf Rang 16. Auch beim Auswärtsspiel in Bochum reicht es trotz zweima-liger Führung durch die Tore von „Zecke“ nicht zum Sieg. Immerhin verlässt der Klub durch den Punktgewinn die Abstiegsplätze.

 

Aus gegen Groclin Grodzisk

 

In der ersten Rundes des Uefa-Pokals kommt Hertha BSC im heimischen Olympiastadion gegen den polnischen Vertreter Groclin Grodzisk nur zu einem 0:0. Zu wenig, wie sich später herausstellen sollte, denn die Stevens-Elf unterliegt am 15. Oktober 2003 im Rückspiel in Polen 0:1. Drei Tage nach dem Uefa-Pokal-Aus folgt der absolute Tiefpunkt: Obwohl Marcelinho nach seiner schweren Verletzung wieder zur Verfügung steht, rutscht Hertha BSC nach einer 1:4-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen auf den letzten Tabellenplatz.

 

Medien und Fans fordern vehement die Entlassung des Cheftrainers. Doch am Tag nach dem Spiel schließen Manager Dieter Hoeneß und Coach Huub Stevens eine Vereinbarung, nach der zwei Siege gegen Hansa Rostock (Meisterschaft und Pokal) notwendig sind, um im Amt zu bleiben. Die Mannschaft und alle Gremien des Vereins stehen geschlossen hinter dieser Vereinbarung. Mit dieser Geschlossenheit vollbringt die Mannschaft das Wunder von Rostock: Zuerst ein Sieg in der Meisterschaft und dann das Weiterkommen im Pokal nach Elfmeterschießen. Hertha BSC klettert auf Rang 15 und muss in der dritten Pokalrunde zum Spitzenteam von Werder Bremen.

 

Madlung rettet Sieg gegen Gladbach

 

Nach einer glatten Niederlage in der Meisterschaft beim VfL Wolfsburg gewinnt Hertha BSC das Abstiegsduell gegen Borussia Mönchengladbach dank eines Last-Minute-Treffers durch Alexander Madlung mit 2:1. Mit 11 Zählern rangiert das Team nun auf Platz 14.

 

Es folgen, trotz einer 2:0-Führung in Kaiserslautern und einem 1:0-Halbzeitstand gegen Schalke 04, zwei Niederlagen in Folge und der Absturz auf den vorletzten Tabellenplatz. Am 4. Dezember 2003 ist dann die Ära von Trainer Huub Stevens bei Hertha BSC beendet: Einen Tag zuvor unterliegt die Mannschaft im DFB-Pokal bei Werder Bremen mit 1:6. Andreas Thom übernimmt bis zum Jahresende die Verantwortung für das Team und holt aus drei Spielen zwei Zähler. Hertha BSC beendet die Hinrunde als Vorletzter. Nach einer 0:3-Niederlage in Köln im letzten Spiel des Jahres fordert Manager Dieter Hoeneß eine Reaktion der Spieler. Zwei Tage vor Weihnachten präsentiert der Klub einen neuen Trainer: Hans Meyer wird bis zum Sai-sonende die Mannschaft betreuen.

 

Meyer als Retter

 

Nach der Vorbereitung auf der Sonneninsel Gran Canaria muss Hertha BSC zum Auftakt der Rückrunde zum souveränen Tabellenführer Werder Bremen, allerdings ohne seinen Weltmeister Luizao, der nach Brasilien zurückkehrt. In der Winterpause haben die Spieler beschlossen, alle Auswärtsfahrten der treuen Fans mit 300.000 Euro zu subventionieren. Beim Spiel in Bremen hat es im Tor des Hauptstadtklubs einen Wechsel gegeben: Christian Fiedler genießt ab sofort das Vertrauen des Trainers, doch auch er kann die 0:4-Niederlage nicht verhindern. Hertha BSC übernimmt die „Rote Laterne“.

 

Nach Tabellenführer Werder Bremen bekommt es Hertha BSC im ersten Heimspiel des Jahres 2004 mit dem Tabellen-2. VfB Stuttgart zu tun. Eine Vorlage von Marcelinho nutzt Fredi Bobic drei Minuten vor Schluss per Kopf zum Siegtreffer. Erstmals kommt dabei Giuseppe Reina von Borussia Dortmund zum Einsatz, der kurz vor Schließung der Transferliste verpflichtet wurde. Hertha BSC bleibt auf Platz 18, kann aber den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen verkürzen. Am 20. Spieltag kann sich der Klub aus den Niederungen der Bundesliga befreien. Durch einen 3:2-Auswärtsieg beim SC Freiburg macht die Mannschaft einen Satz auf Platz 15.

 

Ernüchterung gegen Frankfurt

 

Doch schon beim nächsten Heimspiel gegen Mitkonkurrent Eintracht Frankfurt ist die Ernüchterung groß. Es setzt eine 1:2-Niederlage und das Abrutschen auf Platz 17. Vom 23. bis 29. Spieltag ist Hertha BSC Stammgast auf einem Abstiegsplatz. Erst am 30. Spieltag verlässt Hertha BSC die Abstiegsregion. Mit 3:0 besiegt die Meyer-Elf den 1. FC Kaiserslautern nach Toren von Marcelinho, Artur Wichniarek und Fredi Bobic. Nach einer Niederlage auf Schalke schafft Hertha BSC mit einem 6:2 gegen Borussia Dortmund der höchste Saisonsieg. Jetzt reicht dem Klub am vorletzten Spieltag beim TSV 1860 München schon ein Unentschieden.

 

Das Spiel in München entwickelt sich zu einem wahren Krimi: Bereits in der 5. Minute gehen die „Löwen“ mit 1:0 in Führung. Acht Minuten vor Schluss köpft Alexander Madlung den 1:1-Ausgleich. Doch eine Minute vor Schluss zeigt Schiedsrichter Stefan Trautmann nach einem Foul von Arne Friedrich auf den Elfmeterpunkt. Der eingewechselte Francis Kioyo nimmt sich den Ball und schießt links am Tor vorbei. Hertha BSC bleibt erstklassig und versinkt im Freudentaumel. Das letzte Saison-spiel gegen den 1. FC Köln vor rund 57.000 Zuschauern wird eine Party in Blau und Weiß. Mit 3:1 behält Hertha BSC die Oberhand. Dank der Tore von Marcelinho, Fredi Bobic und Nando Rafael bereiten die Spieler „Retter“ Hans Meyer einen würdigen Abschied. Vor dem Spiel werden Torhüter Gabor Kiraly und der langjährige Masseur Peter Bentin verabschiedet. Ebenfalls den Verein verlassen Roberto Pinto, To-masz Kuszczak und Denis Lapaczinski.

 

Falko Götz wird präsentiert

 

Nur drei Tage nach dem Bundesliga-Finale findet im ICC die Mitgliederversammlung des Vereins statt. Auf der Tagesordnung stehen die Neuwahlen zum Aufsichtsrat und Beteiligungsausschuss. Die große Revolution bleibt aus. Manager Dieter Hoeneß analysiert selbstkritisch die verkorkste Saison und nimmt der Opposition den Wind aus den Segeln. Alle Kandidaten werden wiedergewählt und für die aus dem Amt scheidenden Rolf Eckrodt und Klaus Brüggemann rücken Dirk Greiser und Hanne Weiner in den Aufsichtsrat nach. Für die neue Saison präsentiert Manager Dieter Hoeneß den Mitgliedern den Nachfolger von Hans Meyer: Es ist mit Falko Götz ein Altbekannter, der den Offensivfußball liebt. Bei der Vorstellung beider Trainer, Hans Meyer über-gibt auf der Bühne den Staffelstab an Falko Götz, steht das ICC kopf. 

Marcelinho spielt seine beste Saison bei Hertha und erzielt 18 Tore

 

 

HERTHA BSC ist wieder da, wo sich der Verein langfristig etablieren möchte: im internationalen Wettbewerb. Nach einjähriger Abstinenz hat sich der Hauptstadtklub wieder für den Uefa-Pokal qualifiziert. Mit teilweise begeisterndem Fußball hat die Mannschaft von Trainer Falko Götz die Vorsaison vergessen gemacht. Ein Tor im letzten Heimspiel hat gefehlt, sonst würde HERTHA BSC um die Qualifikation zur Champions League spielen. Im DFB-Pokal kommt nach einer 2:3-Niederlage beim Regionalligisten Eintracht Braunschweig allerdings das Aus schon in Runde 2.

HERTHA startet mit fünf Unentschieden und einer Niederlage ziemlich holprig in die Saison. Der erste Sieg gelingt in Kaiserslautern.

 

Nach 30 Jahren wieder ein Sieg auf Schalke

 

Das erste echte Highlight der Saison folgt am 13. Spieltag beim Auswärtsspiel Auf Schalke: Nach über 30 Jahren gelingt HERTHA BSC wieder ein Sieg beim Dauerrivalen Schalke 04. Die Tore durch Marcelinho, Nando Rafael und Niko Kovac versetzen die mitgereisten HERTHA-Fans in einen unglaublichen Freudentaumel. Am Ende des Jahres überwintert HERTHA auf Platz sechs. Die Rückrunde beginnt genauso wie die Hinrunde: Beim 2:2-Unentschieden in Bochum verschenkt die Mannschaft nach einer 2:0-Führung erneut zwei Zähler. Am Tag vor dem Spiel erschüttert die Nachricht über einen Schiedsrichterskandal ganz Fußball-Deutschland. Auslöser ist Robert Hoyzer, Mitglied der Schiedsrichtergruppe des HERHA BSC e.V. Einen Tag vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München werden die drei Profis Nando Rafael, Joe Simunic und Alexander Madlung zu Unrecht verdächtigt, in den Skandal verwickelt zu sein. In dieser Aufregung geht die Vorstellung der ersten öffentlichen Anleihe, die HERTHA BSC gemeinsam mit der Berliner Volksbank aufgelegt hat, vollkommen unter.

 

Die Rückrunde: Starker Start und ein fehlendes Tor am Ende

 

Die Rückrunde von HERTHA BSC beginnt mit Siegen u.a. gegen Mainz, Hamburg, Bremen und Schalke sehr viel versprechend. Doch danach geht der Götz-Elf ein wenig die Luft aus. Speziell die 1:2-Niederlage in Rostock sowie zum Abschluss der Rückrunde die beiden torlosen Spiele in Mönchengladbach und gegen Hannover 96 lassen den Traum von der Teilnahme an der Champions League zerplatzen wie eine Seifenblase. Am Ende einer tollen Spielzeit steht mit Platz vier die sechste Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb seit dem Wiederaufstieg 1997. Verabschiedet werden die Spieler Fredi Bobic und Marko Rehmer.

Marko Pantelic erzielte in seinem ersten Jahr 11 Tore für Hertha BSC

 

Die Saison 05/06 gleicht einer Berg- und Talfahrt. Nach dem besten Saisonstart in der HERTHA-Geschichte folgt eine nie vorher da gewesene Misserfolgsserie. Auch mit Neuverpflichtung Marko Pantelic bleibt HERTHA BSC 13 Pflichtspiele hintereinander ohne Sieg. Neun Bundesliga-Spiele, drei UEFA-Cup-Partien und das DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten St. Pauli können die HERTHANER nicht gewinnen. Bei Medien und Fans sind die Schuldigen schnell ausgemacht. Sowohl Manager Dieter Hoeneß als auch Trainer Falko Götz stehen mächtig in der Kritik. Aber der Verein behält einen kühlen Kopf, richtet sich nicht nach den Verhältnismäßigkeiten des normalen Bundesliga-Alltags und hält an Falko Götz fest. Mit Erfolg!

 

Trainer Götz bleibt und der Erfolg kehrt zurück

 

Das 3:0 bei Titelaspirant Werder Bremen wirkt wie ein Befreiungsschlag. Danach bleibt HERTHA weitere sechs Spiele ungeschlagen und ist wieder im Rennen um einen UEFA-Cup-Platz. Dann allerdings setzt es eine herbe 1:5-Heimschlappe gegen Bayer Leverkusen und HERTHA muss den Kampf um den UEFA-Cup-Platz aufgeben. Aber durch einen 4:2-Erfolg über den HSV sichert sich HERTHA BSC doch noch die Möglichkeit, über den UI-Cup in den UEFA-Cup zu gelangen.

 

Abschied verdienter Spieler

 

Niko Kovac, Gerhard Tremmel, Oliver Schröder und Thorben Marx werden verabschiedet. Schon zur Winterpause verlässt Nando Rafael den Verein in Richtung Mönchengladbach. Im Verlauf der Vorbereitung auf die neue Saison geht auch Marcelinho. Der Brasilianer, der Hertha in seinen fünf Jahren geprägt hat, wie kaum ein anderer Spieler, wird an Trabzonspor verkauft.

Beerben Götz und Thom: Karsten Heine (re.) und Sven Kretschmer

 

In der Saison nach der grandiosen Weltmeisterschaft qualifiziert sich HERTHA BSC über den UI-Cup doch noch für den UEFA-Pokal. Marcelinho gehört zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zum Team. Er wechselt zu Trabzonspor in die Türkei. Dafür stoßen Srdjan Lakic (NK Kamen Ingrad) und Christian Gimenez (Olympique Marseille) zur Mannschaft von Trainer Falko Götz. Der Saisonstart gelingt gut. HERTHA BSC bleibt sechs Bundesliga-Spiele ohne Niederlage und gewinnt vor heimischem Publikum gegen Hannover und Schalke deutlich. Linksverteidiger Malik Fathi, der aus der Hertha-Talentschmiede kommt, debütiert in der A- Nationalmannschaft.

 

Aber es setzt auch Rückschläge: HERTHA scheitert in der ersten Runde des UEFA-Cups an Odense BK, die Spiele gegen München und Cottbus gehen verloren. Trotzdem ist es ein erfolgreiches Halbjahr: Hertha überwintert als Fünfter und ist für das DFB-Pokal-Viertelfinale qualifiziert. Bei Rückrundenbeginn ist all das Makulatur. HERTHA gewinnt zwar das Auftaktmatch gegen Wolfsburg und auch das nächste Heimspiel gegen Hamburg, weil Winter-Neuzugang Mineiro (FC Sao Paulo) spektakulär trifft, bleibt in der Folge aber neun Spiele in Serie ohne Sieg. Darunter ist auch die Niederlage im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart.

 

Zecke verlässt Hertha

 

Weil neben dem sportlichen Misserfolg die Dissonanzen zwischen Trainer Falko Götz und einigen Spielern hörbar geworden sind, reagiert HERTHA BSC: Die Berliner trennen sich von Götz und seinem Assistenten Andreas Thom. Das neue Duo an der Linie heißt ab Ostern Karsten Heine und Sven Kretschmer. Denen gelingt in Bochum ein Einstand nach Maß, HERTHA gewinnt mit 3:1. Hei-ne, dessen einzige Vorgabe ist, das zwischenzeitlich abgerutschte Team in sichere Tabellengefilde zu führen, erfüllt seine Mission. Die Mannschaft verabschiedet sich mit einem Sieg bei Eintracht Frankfurt in die Sommerpause. Am Ende wird Hertha BSC Zehnter.

 

Andreas „Zecke“ Neuendorf wird unter großer Anteilnahme der Fans in Richtung Ingolstadt verabschiedet. Mit ihm verlassen Yildiray Bastürk (VfB Stuttgart), Ellery Cairo (Coventry City), Ashkan Dejagah (VfL Wolfsburg), Kevin Stuhr-Ellegaard (Randers FC), Robert Müller (Carl Zeiss Jena) und Nico Pellatz (Werder Bremen) den Club.

Das neue Trainergespann Lucien Favre (re.) und Harald Gämperle

 

In der Saison 07/08 findet der größte Umbruch seit dem Wiederaufstieg statt. Mit der Verpflichtung des Trainergespanns Lucien Favre und Harald Gämperle ist der erste Schritt zur Neuformierung getan. Doch besonders das Bild der Mannschaft sollte sich in den nächsten Monaten verändern. 16 Abgängen stehen 10 Neuzugängen (Ausleihen nicht miteinbezogen) gegenüber. Mit Yildiray Bastürk, Christian Gimènez, Gilberto und Malik Fathi verlassen gleich vier Leistungsträger den Verein. Bei den Neuverpflichtungen setzten Manager Dieter Hoeneß und Cheftrainer Lucien Favre hauptsächlich auf junge und polivalente Spieler. Mit dem 19 Jahre jungen defensiven Mittelfeldspieler Gojko Kacar, wechselt in der Wintertransferperiode das Paradebeispiel für das gesuchte Spielerprofil an die Spree.

 

Hinrunde

 

Trotz der 1:0 Niederlage zum Auftakt in Frankfurt, gelingt den Berlinern der Saisonstart gut. Hertha BSC belegt nach sechs Bundesliga-Spielen mit 12 Punkten kurzzeitig den ersten Platz in der Tabelle. Doch die erste Elf hat sich noch nicht richtig gefunden und somit holt das Team aus den letzten elf Spielen der Hinrunde nur noch magere 8 Punkte. Auch im DFB-Pokal ist bereits in der 2. Hauptrunde Endstation. Hertha BSC unterliegt beim Wuppertaler SV mit 2:0. Am achten Spieltag auf Schalke verliert Hertha mit dem 1:0 nicht nur das zweite Spiel in Folge, sondern auch ihren linken Flügelflitzer Lucio. Mit einem Kreuzbandriss ist für den brasilianischen Neuzugang die Saison beendet. Diesen Ausfall können die Berliner erst in der Rückrunde, nach dem Ausleihgeschäft von Rudolf Skacel teilweise kompensieren.

 

Rückrunde

 

Die Neuverpflichtungen des zweiten Transferfensters Gojko Kacar und Favres Wunschspieler vom FC Zürich Raffael verstärken die Mannschaft von Beginn an.

Nachdem Hertha BSC nach der Hinrunde mit 20 Punkten auf dem 12. Platz überwintert, verlaufen die ersten sieben Partien der Rückrunde ähnlich gut wie in der Hinserie. Mit zwölf gewonnenen Punkten scheinen die Herthaner sich stabilisiert zu haben. Danach verliert Hertha jedoch 3 Spiele in Folge. Um wiederum danach sechs Spiele in Folge ungeschlagen zu bleiben. Nach einen Saison mit einigen Höhen und Tiefen schließen die Berliner die Saison auf dem 12. Platz ab. Garant für Hertha-Tore war wie schon in den letzten Jahren Marko Pantelic, der 13 Tore in der Saison schoss.

 

Fair-Play Wertung

 

Normalerweise reicht der 12. Platz in der 1. Bundesliga nicht aus, um sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Trotzdem erhält Hertha BSC die Chance in der nächsten Saison im UEFA-Cup anzutreten. Mit etwas Glück bei der Auslosung und einer fairen bzw. kartenarmen Spielzeit haben sich die Berliner die Hintertür der Fair-Play Wertung gesichert.

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